Hundefotografie 2021 – Ausrüstungsempfehlung und hilfreiche Tipps

Kopf eines besch-weissen Chihuahuas als Aufmacherbild für Hundefotografie

Eine große Leidenschaft von mir ist, neben der Städte- und Landschaftsfotografie, die Hundefotografie. Oft werde ich gefragt, welche Ausrüstung ich nutze, wenn ich Hunde fotografiere.

Deshalb folgt jetzt ein ausführlicher Artikel zu diesem Thema.
Ich gebe Dir Tipps zur Ausrüstung und gebe Dir hilfreiche Tipps mit auf den Weg, wenn Du in die Hundefotografie einsteigen willst.

Mein Einstieg in die Hundefotografie

Hunde fotografiert hatte ich schon immer hin und wieder. Das war jedoch eher sporadisch. Damals hatte ich mich auch nicht wirklich um die Technik gekümmert. Ich habe eher spontan mehr oder weniger “blind” auf den Auslöser gedrückt und gehofft, ein gutes Bild zu machen.

Richtig eingestiegen in die Hundefotografie bin ich vor etwa 5 Jahren, als ich meine jetzige Freundin kennen gelernt habe. Denn die hatte eine entzückende Chihuahua-Dame. Schnell wurde der Wunsch an mich heran getragen, hin und wieder ein paar schöne Bilder von Luna zu machen.

Aus diesen Anfängen ist der Facebook-Acvount von Luna entstanden. Inzwischen hat unser Rudel mit Layla, ebenfalls eine zuckersüße Chihuahua-Dame, Zuwachs bekommen.
Wenn ihr auf Facebook seid, könnt ihr das Leben von Luna und Layla mitverfolgen. Die beiden würden sich über ein Like sehr freuen.

Da wir mit Luna regelmäßig auf ein privates Treffen mit Chihuahuas und anderen Kleinhunden gegangen sind, kamen mir natürlich auch andere Hunde vor die Linse.

Headshot des Kopfes eines Chihuahuas in der Hundefotografie
Bailey, ein Chihuahua fotografiert auf einem Kleinhundetreffen

Inzwischen ist die Hundefotografie ein fester Bestandteil meines fotografischen Lebens geworden.

Hundefotografie – Hilfreiche Tipps und Empfehlungen für die Ausrüstung

Natürlich könnt ihr auch mit eurem Smartphone ganz ordentliche Fotos von euren Hunden machen. Die Qualität ist jedoch, im Vergleich zu einer vernünftigen Ausrüstung, mehr oder weniger schlecht.

Hundefotografie – Welche Kamera soll ich nutzen?

Es gibt nicht DIE Kamera für die Hundefotografie. Meine Empfehlung für Dich ist: Kaufe Dir eine DSLR oder eine spiegellose Systemkamera.

Warum eine DSLR oder spiegellose Systemkamera? Du kannst, je nach Erfordernis, die Objektive wechseln. Welche Objektive ich in meiner Hundefotografie einsetze, erfährst Du weiter unten.

Ob Du eine DSLR nutzt, oder eine spiegellose Systemkamera, ist egal. Nimm die Kamera, die Du hast.
Wenn Du die Hunde draußen fotografieren willst, wenn sie in Aktion sind, bietet sich neben einer DSLR auch eine spiegellose Systemkamera an, die in der Regel handlicher sind als DSLR.

Sehr hilfreich ist, wenn die Kamera über einen sogen. Augen-Autofocus verfügt, wie ihn Sony in seinen aktuellen Top-Kameras verbaut.

Der ist zwar eher für die Portrait- und Kinderfotografie gedacht, funktioniert aber wohl auch bei Hundefotos recht gut, wie mir ein befreundeter Fotograf, der mit einer Sony unterwegs ist, kürzlich in einem Gespräch verriet.

Ich selbst fotografiere seit gut zwei Jahren mit der DSLR Canon EOS 6D Mark II. Sie hat eine ausreichende Seienbildgeschwindigkeit, um auch mal eine Serie schneller Actionfotos zu machen und die Auflösung ist aufgrund des größeren Sensors im Vergleich zu den APS-C Kameras feiner und bietet mir durch das Vollformat die Möglichkeit, die Bilder meiner Hundefotografie auch großformatig anbieten zu können.

Die ist etwas schwerer als ihre APS-C Schwestern, liegt aber dennoch gut in der Hand. Das ist mir im Vergleich mit meiner kleineren Canon EOS 60D sofort aufgefallen, die liegt erst wirklich gut in der Hand, wenn ich einen Batteriegriff montiert habe.

Viele Canon-Fotografen schwören auf die Canon EOS 5D Mark IV als DIE Kamera für Hundefotografie. Das ist zweifellos eine gute Kamera, aber wirkliche Vorteile kann ich zu meiner Kamera nicht entdecken.
Ja, die EOS 5D Mark IV hat mehr Autofokusmessfelder zu bieten, und auch mehr Kreuzsensoren. Ich halte die EOS 6D Mark II dennoch für ebenso gut geeignet für die Hundefotografie, da man in diesem Genre (dazu später mehr) ohnehin mehr mit einem einzelnen Messfeld arbeitet, oder zumindest nur mit einer ganz kleinen Gruppe von Messfeldern.

Auch wenn ich auf das Canon-System setze:
Die übrigen großen Hersteller wie Nikon, Olympus und Sony sowie Panasonic sind gleichermaßen gut geeignet. Nutze einfach die Kamera, die Du schon hast.

Hilfreiche Tipps für die Hundefotografie und Objektivempfehlungen

Die Objektive spielen in der Hundefotografie eine große Rolle, sogar eine noch größere Rolle als die Kamera. Wenn Du nur ein knappes Budget hast, spare eher bei der Auswahl der Kamera als bei den Objektiven.

Spare eher bei der Wahl der Kamera als bei den Objektiven Click to Tweet

Wenn Du beabsichtigst, Dir ein Objektiv für die Hundefotografie zu kaufen, achte darauf, dass das Objektiv einen schnellen und treffsicheren Autofokus hat.
Auch ein Bildstabilisator ist von Vorteil, wenn Du mit einer DSLR unterwegs bist. Damit kannst Du auch bei nicht ganz optimalen Lichtverhältnissen noch mit kurzen Belichtungszeiten arbeiten kannst.

Meine Hundefotografie mache ich ganz überwiegend draußen, entweder im Garten oder in einem Park oder ähnlicher Location. Achte bei der Auswahl der Location darauf, dass der Hund nicht zu sehr abgelenkt ist.
Der Hund sollte die Umgebung schon kennen, dann ist er auch weniger abgelenkt durch die für ihn neue Umgebung.

Wenn Du erfolgreiche Hundefotografie machen willst, musst Du Hunde mögen Click to Tweet

Sehr von Vorteil ist, wenn Du ein paar Leckerlis dabei hast, um den Hund für seine “Arbeit” zu belohnen. Spreche das Thema im Vorgespräch an, wenn Du fremde Hunde fotografierst.

In meiner Hundefotografie hat es sich ausgezahlt, das Vorgespräch bei einem längeren Spaziergang mit Hund und Herrchen/Frauchen zu machen. So kannst Du auch gleich den Hund “in Aktion” kennenlernen.

Empfehlenswerte Kameraeinstellungen für die Hundefotografie

Ich fotografiere in der Regel mit Blendenautomatik und wähle eine entsprechend kurze Verschlusszeit vor, um die Bewegungen des Hundes einzufrieren und den Hund scharf abzubilden.
Mit dieser Einstellung stellt die Kamera automatisch die zur Verschlusszeit passende Blende ein.
Die Blende sollte nicht zu klein sein (große Blendenzahl). Gerade, wenn der Hund in Bewegung ist, wirkt das Bild spannend und dynamisch, wenn nur der Hund scharf abgebildet ist und der Hintergrund in Unschärfe verschwimmt.

Freigestellter Holländischer Schäferhund in vollem Lauf in der Hundefotografie
Hailey in Action

Um in jedem Fall mit kurzen Verschlusszeiten fotografieren zu können, stelle ich die ISO nicht auf einen fixen Wert ein, sondern stelle die Kamera auf ISO-Automatik.
Den Bereich für die ISO-Automatik begrenze ich auf 3200, ein Wert, wo ich auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch rauscharme Bilder machen kann und gleichzeitig noch mit Verschlusszeiten von 1/250 und kürzer fotografieren kann.

Mit welcher Verschlusszeit Du fotografieren musst, ist abhängig davon, was für eine Rasse der Hund hat.

Bei nicht so lebhaften Hunden reicht in der Regel 1/250 Sekunde. Ist der Hund lebhaft und Du willst den Hund in Aktion fotografieren, muss die Zeit noch kürzer sein. Hier solltest Du 1/500 Sekunde oder besser noch 1/1000 Sekunde wählen.

Bei aller Technik, die es heutzutage in Form von Bildstabilisator und Co gibt, die alte Fotografen-Regel gilt auch heute noch:

Stelle eine Verschlusszeit ein, die dem Kehrwert der Brennweite entspricht, mit der Du fotografierst.

Wenn Du bspw. mit einer Brennweite von 200mm fotografierst, ist die kürzeste Verschlusszeit 1/200 Sekunde, um Verwacklungsunschärfen zu vermeiden.

Die kürzest mögliche Verschlusszeit entspricht dem Kehrwert der Brennweite, wenn Du aus der Hand fotografierst. Click to Tweet

Stelle auf die Augen des Hundes scharf, dann wirkt das Bild auf den Betrachter scharf. Das erreichst Du am besten, wenn Du ein einzelnes Autofokusmessfeld auswählst und auf ein Auge scharf stellst.
Zu Anfang wirst Du damit vielleicht Schwierigkeiten haben und unscharfe Aufnahmen bekommen, oder Aufnahmen, wo der Fokus bspw. auf dem Fell sitzt.
Lass Dich davon nicht entmutigen, mit jeder Aufnahme wird es Dir ein bisschen besser gelingen, gute und eindrucksvolle Hundefotos zu machen.

Versuche, Deine Fotos auf Augenhöhe mit dem Hund zu machen. So gelingen Dir dynamische und spannende Bilder von Deiner Fellnase.

Plane genügend Pausen während des Shootings ein. Bei mir haben sich Intervalle von etwa 15 Minuten bewährt.

Fange zuerst mit ruhigen Fotos an, so hat der Hund Zeit, sich an Dich zu gewöhnen und ist auf der anderen Seite nicht ausgepowert, wenn es zum Schluss an die Action-Fotos geht.

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Empfehlenswerte Objektive für die Hundefotografie

Ich verwende in meiner Hundefotografie gerne das Canon EF 50mm f/1.8 STM, wenn ich einen einzelnen, nicht sehr lebhaften Hund fotografiere. Es ist sehr handlich und kompakt und hat eine hohe Lichtstärke, die es mir ermöglicht, mit kurzen Verschlusszeiten zu arbeiten.
Wenn Du im Nikon-System unterwegs bist, gibt es mit dem AF-S Nikkor 50 mm 1:1,8G ein sehr ähnliches Objektiv. 50mm Objektive sind eine sehr gebräuchliche Brennweite, so dass Du sicherlich bei jedem Hersteller ein entsprechendes Objektiv finden wirst.

Wenn ich eine kleinere Gruppe von Hunden fotografiere (2 bis maximal 4 Hunde) nutze ich ein weitwinkliges Objektiv. Zum Einsatz kommt bei mir dann mein Canon EF 24-105mm f/4L IS USM. Auch für dieses Objektiv wirst Du sicherlich bei den meisten Herstellern ein ähnliches Objektiv finden.
Ich nutze bei diesem Objektiv dann nur den Brennweitenbereich zwischen etwa 30mm und 40mm.
Den Abstand zu Deinen Models solltest so wählen, dass die Hunde zwar formatfüllend aufgenommen werden, aber noch Hintergrund drum rum zu sehen sind.

Für die Action-Fotos nutze ich in meiner Hundefotografie das Canon EF 70-200mm f/2.8 IS III USM. Dank der durchgehend hohen Lichtstärke von 2,8 kann ich über den gesamten Brennweitenbereich mit kurzen Verschlusszeiten arbeiten. Der Autofokus ist schnell und treffsicher.
Für Nikon und Sony mit A-Mount gibt es von Sigma ein qualitativ sehr ähnliches, aber billigeres Objektiv. Wenn Dein Budget etwas knapper ist, ist das Sigma auch eine Alternative zum oben genannten Canon-Objektiv.

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