8 einfache Regeln für die Bildgestaltung in der Fotografie

Symbolbild für die Gestaltungsregel Goldener Schnitt in der Fotografie
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Zuletzt aktualisiert vor 4 Wochen durch Rolf Hackemann

In der Fotografie gibt es verschiedene Tipps und Regeln für die Bildgestaltung, die dazu beitragen, ansprechende und ästhetisch ansprechende Bilder zu erstellen.

Einführung

Die Bildgestaltung ist ein wichtiger Aspekt der Fotografie, der darüber entscheidet, wie ein Foto auf den Betrachter wirkt. In diesem Artikel stelle ich Dir einige Tipps und Regeln näher vor und zeige Dir, wie man sie anwendet.

Die Bildgestaltung umfasst die Anordnung und Verbindung von formalen Elementen wie Formen, Farben, Linien, Kontrasten und Perspektiven in einem Foto. Meine Tipps und Regeln sollen Dir helfen, harmonische, spannende und aussagekräftige Fotos zu machen.

Ein weiteres, wichtiges Hilfsmittel beim Fotografieren ist das Einblenden des Histogramms, das ich Dir in einem gesonderten Artikel erklärt habe.

Regeln für die Bildgestaltung

Von Regeln zu sprechen, ist in der Fotografie eigentlich wenig hilfreich. Ich sehe diese “Regeln” vielmehr als Tipps an, die man befolgen kann, aber nicht muss.

Regel 1: Die Drittel-Regel

Die Drittel-Regel besagt, dass das Bild in 9 gleich große Teile aufgeteilt werden sollte, indem man 2 vertikale und 2 horizontale Linien zieht. Die wichtigsten Bildelemente sollten an den Schnittpunkten dieser Linien platziert werden.

Um Dir in der Praxis die Arbeit zu erleichtern, bieten die meisten Digitalkameras die Möglichkeit, ein Gitternetz als Overlay im Sucher einzublenden. Ich empfehle Dir, dieses Hilfsmittel einblenden zu lassen, zumindest dann, wenn Du noch nicht so geübt bist in der Fotografie.

Wenn Du im Laufe der Zeit erfahrener wirst, wird es Dir immer leichter fallen, Dein Bild nach dieser Regel zu gestalten.

Ich persönlich habe das Gitternetz als Hilfsmittel für die Gestaltung mit Hilfe der Drittel-Regel immer eingeblendet, auch wenn ich es eigentlich nicht mehr brauche. Schaden kann es auf jeden Fall nicht.

Regel 2: Der Goldene Schnitt

Der Goldene Schnitt ist eine der bekanntesten Regeln für die Bildgestaltung in der Fotografie. Die Regel besagt, dass das Verhältnis zwischen den Abmessungen des Bildes etwa 1:1,618 betragen sollte.

Dieses Verhältnis ist besonders angenehm für das menschliche Auge und wird sehr oft für die Bildgestaltung eingesetzt, nicht nur in der Fotografie sondern auch in der Kunst im Allgemeinen.

Der Goldene Schnitt ist eng verwandt mit der Drittel-Regel, die ich oben schon erklärt habe. Das Bild wird durch horizontale und vertikale Linien in Drittel geteilt. Das Hauptmotiv und/oder bildwichtige Elemente werden nicht in der Bildmitte platziert, sondern entlang der Linien oder an den Schnittpunkten.

Der Goldene Schnitt ist die bekannteste Bildgestaltungsregel. Click to Tweet

Regel 3: Führungslinien

Eine weitere, einfach zu anzuwendende Regel für die Bildgestaltung ist die Nutzung von Linien , um den Blick des Betrachters zu lenken und auf bestimmte Motivteile aufmerksam zu machen.

Solche Linien findest Du zum Beispiel in Form von Wegen und/oder Pfaden, die im Motiv verlaufen. Auch eine im Bild verlaufenden Mauer kann Dir helfen, den Blick des Betrachters durch das Bild zu führen und/oder in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Holztreppe zum Strand im Sonnenuntergang als Beispielbild für Führungslinien für den Artikel Regeln für die Bildgestaltung
Führungslinien in der Bildgestaltung

Das obige Bild, dass ich vor Jahren an der Ostsee aufgenommen habe, ist ein Beispiel, wie Du mit Hilfe von Führungslinien den Blick des Betrachters lenken kannst: Der Blick wird nach unten auf den Strand geführt, und von dort weiter zur im Meer versinkenden Sonne.

Regel 4: Vordergrund, Mittelgrund, Hintergrund

Eine weitere wichtige Regel in der Bildgestaltung ist die Verwendung von Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund. Indem du diese drei Ebenen in deinem Bild verwendest, kannst du Deinen Fotos Tiefe und Dimension hinzufügen.

Regel 5: Symmetrie

Symmetrie kann eine sehr effektive Technik sein, Dein Foto zu gestalten. Wenn Du ein symmetrisches Motiv fotografierst, solltest Du es in der Bildmitte platzieren, um eine perfekte Symmetrie zu erzielen.

Schwarz Weiss Aufnahme eines Hochspannungsmasten fotografiert von unten nach oben als Beispielbild für Symmetrie für den Artikel über Regeln für die Bildgestaltung
Hochspannungsmast von unten nach oben fotografiert

Ein solches Bildbeispiel ist das oben stehende Bild eines Hochspannungsmasten.

Regel 6: Schärfe und Unschärfe

Spiele mit Schärfe und Unschärfe, um bspw. den Hintergrund in Unschärfe verschwimmen zu lassen und so das Motiv deutlich in den Mittelpunkt des Bildes zu stellen.

Diese Regel lässt sich sehr gut in der Portraitfotografie nutzen, um das Motiv vom Hintergrund freizustellen.

Regel 7: Farbeharmonien und Kontraste

Achte auf eine ausgewogene Farbpalette und Kontraste, um ein ausgewogenes Gesamtbild zu erhalten.

Regel 8: Rahmung

Verwende natürliche Elemente oder Strukturen im Bild, um das Hauptmotiv zu umrahmen und die Aufmerksamkeit zu lenken.

Beispiele für solche natürlichen Rahmen können zum Beispiel ein Torbogen sein oder ein Baum mit einem langen Zweig über dem Motiv.

Von Bäumen umrahmter Eiffelturm als Bildbeispiel für den Artikel Regeln für die Bildgestaltung in der Fotografie
Eiffelturm als Bildbeispiel für einen natürlichen Rahmen

Bei diesem Bild des Pariser Eiffelturm bilden die Zweige der Bäume im Vordergrund einen natürlichen Rahmen um den Eiffelturm im Hintergrund.

Weitere Regeln für die Bildgestaltung

Es gibt noch ein paar weitere Regeln für die Bildgestaltung, die Dir helfen können, aussagekräftige Fotos zu machen.

  • Einfachheit: Vermeide übermäßige Details in Deinem Bild, um Deinen Bild mehr Klarheit zu verleihen und die Wirkung zu steigern
  • Perspektive: Spiele mit verschiedenen Perspektiven, um Tiefe und Dimension in Deinen Bildern zu erzeugen. Dies kannst Du durch die Verwendung unterschiedlicher Brennweiten erreichen oder Du wählst einen anderen Blickwinkel. Gerade bei bekannten Foto-Hotspots kann es sich lohnen, einen anderen Blickwinkel als den üblichen auszuprobieren, damit sich Dein Bild aus der Masse abhebt.

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Fazit

Diese Regeln für die Bildgestaltung sind jedoch keine starren Vorschriften. Kreativität und Abweichen von den Regeln können Dir helfen, einzigartige und fesselnde Bilder zu schaffen. Experimentiere ruhig ein bisschen und entwickel Deinen eigenen Bildstil.

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