Belichtungsdreieck in der Fotografie einfach erklärt

Einstellrad einer DSLR als Aufmacherbild zum Artikel über das Belichtungsdreieck in der Fotografie
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Zuletzt aktualisiert vor 3 Monaten durch Rolf Hackemann

Das Verständnis des Belichtungsdreieck in der Fotografie ist wichtig, wenn Du beeindrucke Fotos machen willst. In meinem Artikel erkläre ich die einzelnen Parameter und wie sie miteinander zusammen hängen.

Auch wenn Du die Zusammenhänge schon kennst, das Auffrischen vorhandener Kenntnisse schadet nicht, sondern hilft Dir, Dein Wissen zu verfestigen.

Was ist das Belichtungsdreieck in der Fotografie?

Das Belichtungsdreieck in der Fotografie beschreibt die Wechselwirkung der 3 Parameter Blende, Verschlusszeit und ISO-Empfindlichkeit. Alle 3 Parameter beeinflussen die Belichtung eines Fotos.

Infografik zum Verständnis des Belichtungsdreieck in der Fotografie
Das Belichtungsdreieck – Bildquelle Thomas Jansen (Jansens Pott)

Die obige Infografik stammt aus diesem Artikel von Thomas Jansen zum gleichen Thema.

Das richtige Zusammenspiel dieser Parameter ermöglicht es Dir, die Belichtung zu steuern, eine Überbelichtung und Unterbelichtung zu verhindern und kreative Effekte zu erzielen. Die Wahl dieser Parameter ist abhängig von den Lichtverhältnissen, aber auch von Deiner Bildidee.

Das Verständnis dieser Parameter sind die Grundlage der Fotografie und ermöglicht es Dir, im Manuellen Modus zu fotografieren. Hast Du diese Zusammenhänge einmal verstanden, kannst Du das Aussehen des fertigen Fotos besser kontrollieren, das Foto sieht so aus, wie Du es Dir vorstellst.

Die 3 Parameter des Belichtungsdreieck

Oben habe ich Dir die 3 Parameter, die die Belichtung eines Fotos beeinflussen, genannt. Im Folgenden erkläre ich Dir diese Parameter näher.

Die Blende verstehen

Die Blende ist die Öffnung im Objektiv Deiner Kamera, die reguliert, wie viel Licht während der Belichtung auf den Bildsensor (oder den Film) gelangt.

Die Blende wird in sogen. f-Zahlen ausgedrückt: Je kleiner die f-Zahl, desto mehr Licht wird auf den Sensor gelassen, und je größer die f-Zahl, desto weniger Licht wird auf den Sensor gelassen.

Infografik von verschiedenen Blenden zum Verständnis des Belichtungsdreieck in der Fotografie
Infografik mit verschieden großen Blendenöffnungen (Bildquelle Thomas Jansen)

Die Grafik oben von Thomas Jansen visualisiert eine verschieden weit geöffnete Blende.

Die Blende reguliert, wie viel Licht auf den Sensor gelangt. Click to Tweet

Die Blende reguliert jedoch nicht nur das Licht, das auf den Sensor gelangt, sie beeinflusst auch die Schärfentiefe (manchmal auch irrtümlich als Tiefenschärfe bezeichnet): Eine große Blendenöffnung (z.B. f/2.8) erzeugt eine geringe Schärfentiefe mit einem unscharfen Hintergrund (Bokeh). Damit erreichst Du z.B. eine bessere Trennung Deines Motivs, wie es etwa in der Portraitfotografie erwünscht ist.

Eine kleine Blendenöffnung (z.B. f/16) dagegen erzeugt eine größere Schärfentiefe mit mehr Schärfe im gesamten Bild, wie es z.B. in der Landschaftsfotografie erwünscht ist.

Das Belichtungsdreieck verstehen – Hausaufgabe: Die Blende

Wenn Dir jetzt der Kopf raucht, ist jetzt Zeit für eine kleine, praktische Hausaufgabe.

Nimm Deine Kamera und fotografiere ein Motiv mit verschiedenen Blendeneinstellungen.

Damit Du Dich um die Belichtung nicht kümmern musst, stelle Deine Kamera auf Zeitautomatik und stelle den ISO im Kameramenü auf Automatik. Du gibst also eine bestimmte Blende ein, und die Kamera steuert die Verschlusszeit und ISO selbständig anhand der gegebenen Lichtverhältnisse.

Mit dieser Aufgabe lernst Du, zu verstehen, wie die Blende die Schärfentiefe beeinflusst und wie Du sie für Deine Fotos gezielt beeinflussen kannst.

Die Verschlusszeit verstehen

Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange der Bildsensor (oder der Film, wenn Du mit einer analogen Kamera arbeitest) Licht aufnimmt. Sie wird in Sekunden oder in Bruchteilen einer Sekunde ausgedrückt (z.B. 1 Sekunde, 1/2, 1/4, 1/8 und so weiter).

Die Verschlusszeit regelt, wie lange Licht auf den Sensor gelangt. Click to Tweet

Eine kurze Verschlusszeit lässt nur wenig Licht auf den Sensor und macht das Bild dunkler. Eine kurze Verschlusszeit eignet sich gut zum Einfrieren von Bewegungen.

Eine lange Verschlusszeit (z.B. 1 Sekunde) dagegen lässt viel Licht auf den Sensor und macht das Bild heller. Dies ermöglicht Dir Aufnahmen bei wenig Licht wie in der Nachtfotografie und macht Bewertungen fließender. So kannst Du zum Beispiel das Fließen des Wassers von einem Wasserfall in Deinem Foto darstellen.

Hausaufgabe: Die Verschlusszeit

Gönne Dir eine kleine Pause: Suche Dir ein Motiv mit fließendem Wasser und fotografiere es mit verschiedenen Verschlusszeiten wie z.B. 1/500, 1/60 und 1 Sekunde.

Das geht am besten, wenn Du mit der Blendenautomatik Deiner Kamera arbeitest. Die ISO Einstellung belässt Du wie in der ersten Aufgabe auf Automatik. In diesem Modus gibst Du der Kamera die Verschlusszeit vor, mit der Du fotografieren willst, und die Kamera steuert die übrigen Parameter.

Die ISO-Empfindlichkeit verstehen

Die ISO-Empfindlichkeit gibt an, wie empfindlich der Bildsensor auf Licht reagiert. Sie wird in sogen. ISO-Werten ausgedrückt (z.B. ISO 100, ISO 400, ISO 1600).

Die ISO-Empfindlichkeit regelt, wie empfindlich der Sensor auf Licht reagiert. Click to Tweet

Eine niedrige ISO (z. B. ISO 100) erzeugt rauscharme Bilder, eignet sich jedoch am besten bei gutem Tageslicht. Wenn Du mit einem Stativ fotografierst, solltest Du die niedrigste ISO einstellen, die Deine Kamera zulässt.

Eine hohe ISO (z.B. ISO 1600) macht den Sensor empfindlicher gegenüber Licht, was bei schlechten Lichtverhältnissen nützlich ist, aber Rauschen in den Fotos verursachen kann. Das ermöglicht Dir Aufnahmen bei weniger Licht aus der Hand.

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Belichtungsdreieck verstehen – Das richtige Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO

Du hast verstanden, was es mit Blende, Verschlusszeit und ISO-Empfindlichkeit auf sich hat. Alle 3 Parameter beeinflussen sich gegenseitig.

Um das Zusammenspiel dieser Parameter zu verstehen, stelle Dir einmal folgende Situation vor: Das Motiv, dass Du fotografieren willst, erfordert für eine perfekte Belichtung eine Verschlusszeit von 1/250, eine Blende von 8 und eine ISO von 400. Nehmen wir weiter an, Du willst einen Wasserfall aufnehmen und das Fließen des Wassers im Foto verdeutlichen:

Wie Du gelernt hast, ist dafür eine möglichst lange Verschlusszeit notwendig. Du stellst also eine Verschlusszeit von 1 Sekunde ein. Um zum gleichen Bildergebnis wie zuvor zu gelangen, musst Du die Blende weiter schließen (bspw. von 8 auf 22), so dass weniger Licht auf den Sensor gelassen wird. Wie weit Du die Blende schließen kannst, gibt Dir das Objektiv vor.

Reicht die kleinste, einstellbare Blende nicht aus, musst Du in unserem Beispiel oben die ISO-Empfindlichkeit reduzieren, so dass noch weniger Licht auf den Sensor gelangt, zum Beispiel von 400 auf 100.

Zusammenfassung

Die 3 Parameter sind miteinander verbunden, da sie die Belichtung des Bildes beeinflussen. Wenn Du bspw. die Blende änderst, musst Du möglicherweise auch die Verschlusszeit und/oder ISO anpassen, um eine korrekte Belichtung zu erhalten.

Die 3 Parameter Verschlusszeit, Blende und ISO des Belichtungsdreiecks sind miteinander verbunden. Click to Tweet

Die Blende, Verschlusszeit und ISO können auch kreativ eingesetzt werden, um bestimmte Effekte zu erzielen. Zum Beispiel kannst Du mit einer großen Blendenöffnung und einer schnellen Verschlusszeit ein Porträt mit unscharfem Hintergrund erstellen.

Es ist wichtig, das Zusammenspiel dieser Parameter zu verstehen, um die gewünschten fotografischen Ergebnisse zu erzielen und die Belichtung richtig zu steuern.

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