Stativ Kaufberatung – Welches Stativ soll ich 2021 kaufen?

Kamera auf einem Stativ um einen Sonnenuntergang zu fotografieren
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Zuletzt aktualisiert vor 1 Jahr durch Rolf Hackemann

Jetzt, im Sommer, ist auch die Zeit, um herrliche Sonnenuntergänge zu fotografieren. Und wenn Du wirklich tolle Sonnenuntergänge fotografieren willst, wirst Du ein Stativ brauchen. Doch welches Stativ sollst Du kaufen? Mit meiner Stativ Kaufberatung helfe ich Dir, das richtige Stativ für Dich zu finden und sage Dir, worauf Du achten solltest, wenn Du ein Stativ kaufen willst.

Stativ Kaufempfehlung: Die Zusammenfassung

Ich werde Dir im Laufe dieses Artikels 4 Stative empfehlen, wobei ein Stativ sich eher an eine spezielle Gruppe von Fotografen richtet. Alle Stative sind aus Carbon gefertigt.

  • Kaufempfehlung für ein Stativ mit wenig Budget: Rollei C6i Carbon
  • Kaufempfehlung für ein Stativ mit mittlerem Budget: Rollei Lion Rock Traveler L oder Sirui W-2204 Carbon mit Kopf K-20X
  • Kaufempfehlung für ein Stativ, wenn Geld keine Rolle spielt: Gitzo Mountaineer
  • Speziell an Makrofotografen richtet sich das Manfrotto GT XPro Carbon Kit, das preislich im mittleren Bereich liegt.

Wofür brauche ich ein Stativ?

Eine alte Foto-Weisheit besagt, die beste Zeit zum Fotografieren ist die Zeit um Sonnenaufgang (die sogen. Goldene Stunde), die Zeit des Sonnenuntergangs und die sogen. Blaue Stunde (die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Einbruch der Dunkelheit). Leider ist zu diesen Zeiten das Licht meist zu spärlich, um verwacklungsfreie Aufnahmen aus der Hand zu fotografieren. Dafür brauchst Du einen festen Stand für Deine Kamera, ein Stativ.

Mit einem Stativ kannst Du auch zu jeder Tages- und Nachtzeit verwacklungsfreie Aufnahmen machen, ohne dass Du den ISO an Deiner Kamera zu erhöhen und zu viel Bildrauschen zu produzieren.

Mit einem Stativ kannst Du verwacklungsfrei fotografieren, ohne dass Du den ISO Deiner Kamera erhöhen musst. Click to Tweet

Auch für Langzeitbelichtungen am Tage brauchst Du ein Stativ.

Sonnenuntergang am Loch Earns in Schottland als Beispielbild für eine Stativ Kaufempfehlung
Langzeitbelichtung Sonnenuntergang am Loch Earns in Schottland

Hast Du schon einmal Fotos von Wasserfällen gesehen und Dich gefragt, wie man es hinkriegt, das Wasser so seidenweich fließend darzustellen? Um diese Wirkung zu erzielen, musst Du einen sogen. ND Filter (Neutraldichte Filter) während der Aufnahme benutzen, der die Belichtungszeit verlängert, je nach Stärke des Filters um bis zu 10 Blendenstufen. Für diese Art von Fotos benötigst Du unbedingt ein Stativ. Meine Stativ Kaufberatung hilft Dir, das richtige Stativ für Dich zu finden.

Wasserfall im Harz mit Stativ und ND Filter aufgenommen als Beispielsbild für die Stativ Kaufberatung
Wasserfall im Harz mit Stativ und ND Filter aufgenommen

Ich helfe Dir mit meiner Stativ Kaufberatung, genau das richtige Stativ für Dich und Dein Budget zu finden.

Stativ Kaufberatung: Gibt es eine Alternative zum Stativ?

Ich sage jein.
Das beste Stativ nutzt Dir nichts, wenn Du es nicht dabei hast.

Stelle Dir vor, Du wirst am Tage im Sommer von einem heftigen Sommerregen erwischt, plötzlich ist alles tiefgrau, Du hast gerade noch einen trockenen Unterstand gefunden. Nach einer guten 1/2 Stunde ist der ganze Spuk vorbei und die Sonne bricht sich langsam ihren Weg durch die noch grauen Wolken. Das Stativ liegt zu Hause. Auf die Aufnahme verzichten? Wohl eher nicht. Für so eine Situation ist es gut, eine Alternative in der Fototasche oder dem Fotorucksack zu haben.

Das beste Stativ nutzt Dir nichts, wenn Du es nicht dabei hast. Click to Tweet

Der Bean Bag

Für die oben geschilderte Situation eignet sich ein sogen. Bean Bag, ein meist mit Kunststoffkügelchen gefülltes Stoffsäckchen.

Der Bean Bag ist klein genug, um in jeder Fototasche Platz zu finden. Er ist recht leicht und verhilft Dir in vielen Situationen zu verwacklungsfreien Aufnahmen, wenn Du kein Stativ mit hast.

Ich selbst hatte bis vor kurzem immer so ein Bean Bag in meinem Fotorucksack. Was ich jetzt stattdessen nutze, erzähle ich Dir jetzt.

Das Mini-Stativ

Flexibler und fast so gut wie ein ausgewachsenes Stativ sind die sogen. Ministative, wie zum Beispiel die GorillaPods von Joby. Ich selbst habe dieses Stativ.

Mit einem Ministativ bist Du fast so flexibel wie mit einem ausgewachsenen Stativ. Es hat einen Kugelkopf wie auch seine großen Brüder. Dank seiner biegsamen und flexiblen Beine kannst Du es bspw. auch an einem Ast oder Zaunpfahl befestigen.

Empfehlung – Bean Bag oder Mini-Stativ

Wenn Du wenig Geld ausgeben willst, solltest Du einen Bean Bag kaufen. Wenn Du Deiner Kamera sicheren Halt geben willst und trotzdem flexibel arbeiten willst, solltest Du Dir ein Mini-Stativ kaufen.

Wenn Du Dich für ein Joby Gorillapod Stativ intressierst: In diesem Artikel stelle ich Dir die Ministative vom Marktführer Joby näher vor und sage Dir, worauf Du beim Kauf achten solltest.

Stativ Kaufberatung: Welche Kategorien gibt es?

Eine Art von Stativen habe ich Dir schon vorgestellt: Das Ministativ, obwohl es streng genommen in die Kategorie Tripod gehört.

Das Tripod

Wenn Fotografen von Stativen sprechen, meinen sie in der Regel 3-Bein-Stative (Tripod).

Der Vorteil der 3-Bein-Stative ist sein modularer Aufbau:

Ein Tripod besteht zu erst einmal aus den 3 Beinen und einem Stativkopf zur Befestigung der Kamera. Die meisten Stative haben noch eine ausfahrbare Mittelsäule, auf der der Stativkopf befestigt wird. Es gibt auch Stative ohne Mittelsäule.

Du kannst problemlos ein Stativ von Hersteller X mit einem Stativkopf von Hersteller Y verwenden.

Einbeinstative

Einbeinstative sind genau so aufgebaut wie 3-Bein-Stative, sie haben jedoch statt 3 Stativbeinen nur ein Stativbein.

Sehr oft lässt sich ein Bein eines Tripod abschrauben und dann zu einem Einbeinstativ umbauen.

Ich persönlich habe die Möglichkeit, ein Bein meines Stativs abschrauben zu können, noch nie gebraucht, und halte das eher für einen tollen Marketingspruch ohne wirklichen Vorteil.

Und jetzt, wo ein Joby Gorillapod in meinen Fotorucksack gezogen ist, nutze ich lieber das.

Stativ Kaufberatung: Materialien von Stativen

Stative werden entweder aus Holz gefertigt, aus Aluminium oder aus Carbon. Welche Vorteile welches Material hat, erkläre ich Dir jetzt.

Holz

  • Sehr stabil
  • Sehr schwingungsarm auch bei stärkerem Wind
  • Hohes Gewicht
  • Verhältnismäßig teuer

Aluminium

  • Angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Geringes Gewicht
  • Sehr robust

Carbon

  • Sehr leicht
  • Robust
  • Schwingungsarm
  • Im Winter ohne Handschuh angenehmer zu nutzen als Aluminiumstative
  • Hoher Preis

Tripods aus Aluminium bieten einen sehr guten Kompromiss aus Gewicht und Stabilität. Stative aus Carbon sind ähnlich stabil wie ihre Kollegen aus Aluminium, wiegen aber weniger.
Wenn Du öfters längere Wanderungen unternimmst, wirst Du das geringere Gewicht eines Carbon Statives schnell zu schätzen wissen.

Stativ Kaufberatung: Worauf solltest Du beim Kauf achten?

Das wichtigste beim Stativkauf ist die Tragfähigkeit des Stativkopfes. Die Tragfähigkeit sollte so hoch sein, dass der Kopf Deine Kamera zusammen mit Deinem schwersten Objektiv sicher in der eingestellten Position halten kann, ohne dass der Stativkopf während der Belichtung nach unten sackt.

Am besten nimmst Du zum Stativkauf gleich Deine Kamera und das schwerste Objektiv mit, dass Du hast.

Das Stativ sollte möglichst leicht und trotzdem stabil genug sein, um auch bei stärkerem Wind noch verwacklungsfrei arbeiten zu können. Je stabiler das Stativ, desto schwerer ist es auch.

Wenn Du nur kurze Strecken zurück legst, oder nur mit dem Auto unterwegs bist, hat das Gewicht eher eine untergeordnete Rolle. Wenn Du Landschaften fotografierst, wirst Du jedoch auch mal längere Strecken laufen. Da bist Du dann froh, wenn Du ein möglichst leichtes Stativ hast.

Das Stativ sollte eine auf Deine Körpergröße abgestimmte Höhe haben, ohne das dafür die Mittelsäule ausgefahren werden muss (Maximale Arbeitshöhe).

Mein Stativ zum Beispiel hat eine Maximale Arbeitshöhe von 141cm, damit kann ich (178cm Körpergröße) arbeiten, ohne das ich mich bücken oder auf Zehenspitzen stellen müsste.

Die meisten Stative verfügen über 3 Segmente pro Stativbein, die Du unabhängig voneinander ausziehen kannst. Mittels Drehverschluss oder Schnappverschluss lassen sich die Segmente in der Höhe fixieren.

Mein jetziges Stativ hat Drehverschlüsse, der Vorgänger hatte Schnappverschlüsse. Drehverschlüsse haben (für mich) den einzigen Vorteil, dass man sich nicht die Finger klemmen kann, wie es mir schon passiert ist. In der Handhabung nehmen sich beide nicht viel.

Manche Fotografen halten das zwar für überflüssig, ich aber sehe das etwas anders:
Die Mittelsäule sollte einen Haken zum Aufhängen eines Gegengewichtes haben, das gibt dem Stativ bei Wind etwas mehr Stabilität.

Der Stativkopf

Der Stativkopf ist das Wichtigste am Stativ. Die Tragfähigkeit des Kopfes sollte ausreichend groß sein, um Deine schwerste Kamera-Objektiv-Kombination sicher halten zu können. Leider bedeutet eine höhere Tragfähigkeit auch ein höheres Gewicht.

Der Kopf sollte Arca Swiss kompatibel sein.

Kugelkopf oder 3-Wege-Neiger

Am meisten wird wohl der Kugelkopf verwendet.

Ein Kugelkopf ermöglicht über ein Kugelgelenk eine flexible vertikale und horizontale Ausrichtung der Kamera. Im Gegensatz zum 3-Wege-Neiger lassen sich die einzelnen Achsen jedoch nicht einzeln arretieren.

Für die meisten Aufnahmesituationen kommt man gut mit einem Kugelkopf zurecht. Wenn es auf sehr feinfühlige Verstellungen ankommt, wie bspw. bei Architekturaufnahmen, ist ein 3-Wege-Neiger besser geeignet.

Hilfreich für Panoramaaufnahmen ist ein sogen. Panoramakopf mit Gradeinteilung auf einer Skala. Bei diesen Köpfen lässt sich der gesamte Kopf einmal komplett um die eigene Achse drehen und mit einer Schraube fixieren.

Zur Ausrichtung der Kamera sollte der Kopf über Wasserwaagen verfügen, am besten in der Stativschulter.

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Stativ Kaufberatung: Meine Kaufempfehlungen

Du bekommst von mir jetzt 3 Kaufempfehlungen, jeweils eine für ein geringes Budget, eine für ein mittleres Budget und eine, wenn das Geld keine so große Rolle spielt.

Kaufempfehlung für ein geringes Budget: Rollei C6i Carbon

Meine Stativ Kaufempfehlung für Dich, wenn Du nicht viel Geld ausgeben willst, ist das Rollei C6i Carbon, das für eine UVP von 150€ zu haben ist.

Dieses Stativ hat eine gute Maximale Arbeitshöhe von 141cm und wiegt mit dem mitgelieferten Stativkopf etwa 1,65kg. Das Packmaß ist mit etwa 48cm so bemessen, dass man es gut außen am Fotorucksack befestigen kann.

Kaufempfehlung für ein mittleres Budget: Rollei Lion Rock Traveler L

Dieses Stativ aus der Rollei Premium-Serie Lion Rock ist momentan über den Rollei-Shop für 445€ erhältlich.

Das Lion Rock Traveler L ist aus Carbon gefertigt, hat eine Maximale Arbeitshöhe von 139cm und ein angenehm kleines Packmaß von 48cm. Das komplette Stativ wiegt nit Kopf 1,8kg.

Alternative: Sirui W-2204 Carbon

Ähnlich hochwertig ist das Sirui W 2204 Carbon. Da das Stativ allerdings ohne Kopf verkauft wird, liegt es preislich zusammen einem passenden Kopf wie dem Sirui K-20X um etwa 100€ über dem Rollei.

Das Packmaß ist etwas größer als das des Rollei, dafür ist es staub- und wasserdicht und hat eine etwas größere Arbeitshöhe.

Ich persönlich würde dem Rollei für mich den Vorzug geben, aufgrund des kleineren Packmaßes. Da ich “nur” 1,78m groß bin, ist die Maximale Arbeitshöhe für mich hoch genug.

Kaufempfehlung, wenn Geld keine Rolle spielt: Gitzo Mountaineer

Wenn das Geld keine Rolle spielt, führt kein Weg an diesem Gitzo-Stativ vorbei. Auch dieses Stativ wird ohne Kopf verkauft.

Das Gitzo Mountaineer Serie 1 Stativ ist ein aus Carbon gefertigtes Profi-Stativ. Die Stative der Mountaineer Serie sind sehr robust und trotzdem leicht.

Ein Vorteil dieser Stativ Serie ist die herausnehmbare Mittelsäule, die Dir auch Makroaufnahmen aus Bodennähe ermöglichen.

Kaufempfehlung Spezial (für Makrofotografen): Manfrotto GT XPro Carbon Kit

Wenn Du hauptsächlich Makrofotografie machst, solltest Du Dir das Manfrotto GT XPro Carbon Kit genauer anschauen.

Dieses Stativ ist auf die Belange professioneller Makrofotografen abgestimmt.

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