Tropfenfotografie – Wie Du 2024 einfach einsteigen kannst

Aufnahme von 2 Tropfen auf Wasser als Aufhänger für einen Artikel über Tropfenfotografie
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Tropfenfotografie ist eine faszinierende Technik, bei der man Tropfen von Flüssigkeiten fotografiert, wenn sie auf eine Oberfläche treffen.

In diesem Artikel erkläre ich Dir die Grundlagen der Tropfenfotografie für einen einfachen Einstieg.

Was ist Tropfenfotografie?

Die Tropfenfotografie ist eine Technik in der Fotografie, bei der man Bilder von fallenden oder kollidierenden Flüssigkeitstropfen aufnimmt. Diese Tropfen können aus verschiedenen Flüssigkeiten wie Wasser, Farbe oder Milch stammen.

Welche Ausrüstung brauchst Du?

Um solche Bilder zu machen, benötigt man in der Regel eine spezielle Ausrüstung, wie zum Beispiel eine Tropfenapparatur, die kontrolliert Tropfen erzeugt. Eine solche Apparatur findest Du zum Beispiel bei Rollei mit dem Miops Splash Water Drop Kit v2. Auch wenn der ein oder andere Kollege der abenteuerliche, selbst gebastelte Apparaturen empfehlen….. ich bin Fotograf und kein Elektronikfreak. Und warum sich das Leben unnötig schwer machen für etwas, was man nur sporadisch mal einsetzt? Ich habe noch keinen Kollegen oder Kollegin getroffen, die nur Tropfen fotografiert.

Kleiner Tipp: Bei der von mir empfohlenen Apparatur zur Tropfenerzeugung ist nur ein recht kurzes Kabel beigepackt. Deshalb solltest Du gleich ein Verlängerungskabel mitbestellen.

Wichtig: Achte beim Kauf der Apparatur und des Kabels unbedingt darauf, dass Du das Kabel passend zu Deinem Kameramodell wählst.

Neben der Apparatur zur Erzeugung der Tropfen benötigst Du natürlich noch ein Stativ zur Befestigung der Apparatur. Für die Beleuchtung benötigst Du noch ein Blitzlicht, dass Du manuell in der Leistung reduzieren kannst.

Früher habe ich als Blitzgeräte immer ein Blitzgerät von Yongnuo, den Yongnuo YN-560 Mark III empfohlen. Inzwischen empfehle ich den Godox TT 600 Manual. Warum jetzt den Blitz von Godox? Bei all meinen Yongnuo Blitzgeräten hatte ich nach etwa 1 Jahr immer das Problem, dass sich das Batteriefach nicht mehr schließen lässt und ich das ewige Improvisieren mit Tesa und ähnlichem leid war. Das Problem habe ich mit dem Godox Blitz noch nicht gehabt. Neben diesem Blitz habe ich auch noch den Godox V1 im Einsatz.

Du benötigst eine Kamera, bei der Du den ISO, die Blende und die Belichtungszeit manuell einstellen kannst. Einen vertiefenden Artikel über das Fotografieren im Manuellen Modus findest Du in meinem Blog.

Als Hintergrund nutze ich gerne Fotokarton, den es in vielen Farben im Bastelbedarf für wenig Geld gibt.

Zusätzlich benötigst Du noch ein Stativ für die Kamera. Das Blitzgerät kannst Du auch auf der Kamera montieren, ich empfehle Dir jedoch, das Blitzgerät zu entfesseln, weil Du dann einfach flexibler bist.

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Praxis

Bisher war alles nur mehr oder weniger Theorie. Deshalb komme ich jetzt zur Praxis.

Einstellungen der Kamera für die Tropfenfotografie

Stelle Deine Kamera in den Manuellen Modus, nur so hast Du die völlige Kontrolle über die Fokussierung und die Belichtungsparameter.

Wassertropfen der auf blau eingefärbtes Wasser trifft als praktisches Beispiel für die Tropfenfotografie

Stelle den ISO an Deiner Kamera auf einen möglichst niedrigen Wert, um das Bildrauschen möglichst niedrig zu halten.

Am besten wählst Du eine möglichst geschlossene Blende, zum Beispiel f/11. So erreichst Du eine größere Tiefenschärfe und kannst mehr Details in den Tropfen zu erfassen. Hier musst Du vermutlich ein bisschen mit verschiedenen Blenden experimentieren. Fange am besten mit f/11 an und schließe die Blende schrittweise weiter.

Sogen. TaT (Tropfen auf Tropfen) Bild als Beispiel für die Tropfenfotografie
TaT Bild

Bei der Verschlusszeit.musst Du Dich durch Probeaufnahmen an die für Dich am besten passende Zeit herantasten. Hast Du eine moderne Kamera und einen Blitz, die die sogen. HSS Synchronisierung nutzen können, probiere die Funktion ruhig aus.

Sogen. TaT (Tropfen auf Tropfen) Bild als Beispiel für die Tropfenfotografie
TaT Bild

Einstellungen an der Apparatur und mögliche Fehler

Das Bild, das Du haben möchtest, ist der Zeitpunkt, wenn sich ein Schirm bildet. Das passiert, wenn Tropfen auf Tropfen treffen.

Der erste Tropfen trifft auf die Wasseroberfläche und erzeugt eine Wassersäule, der zweite Tropfen sollte dann auf diese Wassersäule treffen und durch den Splash wird der Schirm erzeugt.

Um genau diesen Moment zu treffen, wirst Du viel Geduld haben müssen. Ich hatte oft Momente, wo ich am liebsten alles wieder abgebaut hätte und entsorgt hätte.

Einstellungen an der Apparatur

Du kannst an der Apparatur zur Tropfenerzeugung folgende Einstellungen machen:

  • Einstellen der Anzahl der Tropfen (1, 2 oder 4)
  • Einstellen der Tropfengröße für den 1. Tropfen
  • Einstellen der Tropfengröße für den 2. Tropfen und Einstellung der Verzögerung (Delay) wann der Tropfen nach dem ersten fallen soll
  • Einstellen der Verzögerung (Delay) der Verzögerung der Kameraauslösung

Für meine TaT Fotos habe ich mit folgenden Einstellungen gute Erfahrungen gemacht:

  • First Drop: Size 50
  • Second Drop: Size 50, Delay 110
  • Trigger: Camera, Delay 165

Wenn Du, wie ich, Deine Kamera per Fernauslöser auslöst, achte darauf, dass Du den Trigger auf Camera stellst. Sonst wirst Du keinen Unterschied feststellen, wenn Du den Delay Deiner Kamera erhöhst oder verringerst.

Es bildet sich kein Schirm, was kann ich tun?

Wenn sich kein Schirm bildet, hat das in der Regel folgende Ursachen:

  • Säule zu niedrig
  • Säule zu hoch
  • Delay zu hoch
  • Delay zu gering
  • Zweiter Tropfen kommt zu schnell

Ist das Delay zu hoch oder zu niedrig, musst Du beobachten, wann der Blitz kommt:

Kommt der Blitz vor dem Splash, ist das Delay zu niedrig eingestellt. Wenn Du einen schönen Splash siehst und der Blitz kommt danach, ist das Delay zu hoch eingestellt.

Fokussierung bei der Tropfenfotografie

Stelle manuell auf den Bereich scharf, auf den die Tropfen fallen. Der Autofokus wird Schwierigkeiten haben, die schnell fallenden Tropfen zu erfassen und scharf zu stellen.

Eine lange Schraube, die Du in das Becken stellst, kann Dir das fokussieren deutlich erleichtern.

Lohnenswert ist auch das sogen. Fokus Stacking, bei der Du mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Entfernungseinstellungen übereinander stapelst und am Rechner zu einem Bild zusammen rechnest, wie Du es aus der Panoramafotografie kennst.

Fazit

Die Herausforderung in der Tropfenfotografie liegt oft darin, den perfekten Moment des Tropfenaufpralls einzufangen, was viel Geduld, Übung und Experimentieren erfordert.

Mit der Tropfenfotografie lassen sich faszinierende und abstrakte Bilder erstellen, da die Formen und Muster der Tropfen in der Luft und beim Aufprall sehr dynamisch und oft unvorhersehbar sind.

Sei nicht enttäuscht, wenn die ersten Versuche nichts werden. Du wirst auf jeden Fall mehrere Anläufe und viele Bilder benötigen, bis Du brauchbare Ergebnisse erhältst. Sei nicht niedergeschlagen und lasse Dich durch die anfänglichen Mißerfolge nicht von weiteren Versuchen abhalten. Am Ende wirst Du mit schönen, kreativen Bildern belohnt.

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